Festakt und Symposium im Oktober in Zittau
Löbau - Im Herbst diesen Jahres gedenkt die Wissenschaft der Persönlichkeit des Oberlausitzer Gelehrten, Dichters und Pädagogen Christian Weise, dessen Todestag sich im Oktober 2008 zum 300. Mal jährt. Unter der Regie der Kultur - und Weiterbildungsgesellschaft mbH findet aus diesem Anlass in Zittau vom 21.- 24. Oktober das 2. Internationale Christian- Weise- Symposium statt. Wissenschaftler aus aller Welt, darunter aus Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, den USA sowie Taiwan treffen in diesem Zeitraum zusammen, um ihre Forschungsergebnisse zu Weises Leben und Werk vorzustellen und darüber zu diskutieren.
Feierlich eröffnet wird die Christian - Weise - Ehrung 2008 am 21. Oktober mit einem Festakt im Bürgersaal des Rathauses Zittau durch Bürgermeister Arnd Voigt. Neben dem Grußwort von Landrat Bernd Lange sowie der Laudatio von Ministerialdirigent Thomas Früh, Leiter der Abteilung Kunst im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, wird Professor Dr. Hans - Gert Roloff von der Freien Universität Berlin einen Festvortrag zum Thema „Christian Weise - Leben, Werk und Wirkung“ halten.
Der größte Verdienst von Christian Weise (1642 - 1708) besteht in der Begründung der Tradition der „Zittauer Schule“. Sie bezeichnet eine einflussreiche Richtung der deutschen Pädagogik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist er als Dichter und Autor der „Zittauer Schulkomödien“ bekannt. Mit Romanen voller frischer und lebhafter Prosa verfolgte er vorwiegend pädagogische Ziele. In seiner Heimatstadt im Dreiländereck zwischen Deutschland - Polen - Tschechien wirkte er als Schulmeister des hiesigen Gymnasiums und Bibliothekar der heute ebenfalls nach ihm benannten Bibliothek. Er prägte neben Jakob Böhme, Johann Gottlieb Fichte, Gotthold Ephraim Lessing, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Ernst Rietschel maßgeblich das Ansehen der sächsischen Kulturlandschaft seiner Zeit.
Weniger bekannt sind Weises Verdienste um den Journalismus. Zum einen definierte er journalistische Qualitätskriterien, zum anderen war er einer der ersten Verteidiger der Pressefreiheit. An der Schwelle zum Zeitalter der Aufklärung rief er das Bürgertum zu Selbstbestimmung über monarchische Bevormundung auf. In der freien Presse sah er das Aufklärungsmedium in der bürgerlichen Öffentlichkeit.
Die Veranstaltung wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und vom Kulturraum Oberlausitz - Niederschlesien. Der Festakt am 21. Oktober im Ratssaal des Zittauer Rathauses ist öffentlich. Interessenten sind herzlich willkommen.
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