CGM will zukunftsorientierten Abschluß
Stuttgart/Duisburg - IG-Metall führt die falschen Argumente ins Feld! Nach Ansicht des stellvertretenden Bundesvorsitzenden und tarifpolitischen Sprechers der CGM, Detlef Lutz, stellt das Arbeitgeberangebot von 2,1 Prozent in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie bestenfalls eine Verhandlungsgrundlage dar, mehr aber auch nicht. Kein Angebot vorzulegen, wäre weitaus provozierender gewesen, sagte Lutz in Duisburg. Allerdings liegen zwischen den Forderungen der Gewerkschaften und dem Angebot noch Welten. Die CGM war mit einer Empfehlung an ihre regionalen Tarifkommissionen von 7 Prozent in die Tarifrunde gestartet. Allerdings zeigt sich die CGM flexibel. So will sie künftig einen fest vereinbarten Sockeltarif ebenso erreichen, wie eine betriebliche Erfolgsbeteiligung und Komponenten zur Vermögensbeteiligung in Arbeitnehmerhand.
Lutz warf der IG-Metall vor, mit den falschen Ansätzen begonnen zu haben. Man könne nicht mit Gewinnen aus der Vergangenheit Tarifforderungen für die Zukunft begründen. Die Unternehmen haben die Gewinne der Vergangenheit entweder investiert oder an ihre Anteilseigner ausgeschüttet. Mit Geld, das nicht mehr vorhanden ist, kann man aber keine Tarifforderung begründen.
Zum zweiten stimme das Kaufkraftargument nicht. Niemand könne ernsthaft behaupten, dass eine Binnennachfrage deswegen angekurbelt werde, weil es in der Metallindustrie mehr Lohn gebe. Das Kaufkraftargument sei wissenschaftlich längst widerlegt. So rangiere man sich argumentativ in eine Sackgasse, so Lutz. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Probleme derzeit außerhalb Deutschlands zu finden sei.
Der Kaufkraftverlust der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müsse ausgeglichen werden das sei völlig klar. Dazu komme, dass die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes in eine Tarifforderung einzufließen habe und des weiteren beschäftigungssichernde und stabilisierende Faktoren, wie dies mit einer Beteiligungskomponente der Fall sei.
Als besondere Belastung in der laufenden Tarifrunde sieht die CGM den Produktionsstillstand in der Automobilindustrie. Dieser reiße die Zulieferer plötzlich und unerwartet tief in die Problemzone. Auf jeden Arbeitsplatz in der Automobilindustrie kommen aber 4 Arbeitsplätze bei den Zulieferern. Tariflich sitzen diese aber oft in einem Boot. Diese Problematik bedinge eine gewisse Flexibilität.
Wenngleich die CGM es ihren Mitgliedern freistelle, sich an den Warnstreikaktionen zu beteiligen, will sie die Pause bis zu den nächsten Verhandlungen genutzt sehen, über den Grundansatz eines Abschlusses in der ME-Industrie noch einmal neu nachzudenken. Dabei könne sich die CGM auch einen Abschluss über 2 Jahre vorstellen, dann würde man 2009 nicht in einem Bundestagswahljahr verhandeln müssen, so Lutz.
Hintergrund:
Der Landesverband NRW des Christlichen Gewerkschaftsbundes CGB ist mit rund 44.000 Mitgliedern der drittgrößte Gewerkschaftsverband im Bundesland . Bundesweit zählen die im CGB zusammengeschlossenen Christlichen Gewerkschaften rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Spitzenorganisation ist der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands. Die Christlichen Gewerkschaften vertreten Beschäftigte aller Branchen und Dienstleistungen und des öffentlichen Dienstes. Sie stellen Mitglieder In Betriebs- und Aufsichtsräten, ehrenamtliche Richter/innen der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit und sind in den Selbstverwaltungen der gesetzlichen Sozialversicherung vertreten. Für einige Christliche Gewerkschaften stand die Wiege im Ruhrgebiet. So wurde die Christliche Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie im Jahr 1894 in Essen gegründet, die heutige Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) Im Jahr 1899 in Duisburg. Duisburg Ist heute der Sitz des CGB-NRW, sowie der Berufsgewerkschaft DHV und des CGM-Landesverbandes. Sitz des CGB-Bundesverbandes ist Berlin, die CGM sitzt in Stuttgart, die Berufsgewerkschaft DHV in Hamburg und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst und Dienstleistungen in München. Wichtige CGB-Organisationen haben ihren Sitz in NRW. So die Lehrerinnengewerkschaft VkdL in Essen, die Christliche Gewerkschaft Postservice und Telekommunikation und die Gewerkschaft Union Ganymed In Bonn. Die Christlichen Gewerkschaften sind Tarifvertragsparteien In den bedeutendsten Branchen, des Handwerks und der Industrie.
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