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Bettenburgen und Straßenlaternen bedrohen Meeresschildkröten in der Türkei!
05. Mai 2008 16:31 Uhr | Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.




Korntal-Münchingen - Neue wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Strand von Anamur zu den bedeutendsten Niststränden der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeerraum zählt. Mehr als 1000 Nester konnten hier in einer Nistsaison gezählt werden. Aber der Strand von Anamur ist akut bedroht, es liegen schon Pläne für große Hotelkomplexe vor, und Straßen werden entlang der Strände gebaut – mit katastrophalen Folgen für die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta), die an den Stränden von Anamur nistet.

Noch ist der Strand von Anamur ein kleines Meeresschildkrötenparadies, noch gibt es keinen internationalen Massentourismus in Anamur. Mehr als 1000 Nester konnten im vergangenen Jahr am etwa 12 km langen Strand von Anamur gezählt werden. „Das ist eine Nestdichte, die sonst kaum noch im Mittelmeerraum zu finden ist“ erklärt Brigitte Peter, Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. Aber der Strand von Anamur ist akut bedroht: Große Hotelkomplexe sollen Pauschaltouristen aus ganz Europa anlocken. Außerdem werden Straßen entlang der Strände gebaut – mit katastrophalen Folgen für die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta), die an den Stränden von Anamur nistet. „Die fatalen Folgen für die Meeresschildkröten kennen wir aus ähnlichen Projekten an Nistgebieten im Mittelmeerraum. Diese Fehler dürfen nicht wiederholt werden“, fordert Brigitte Peter. Die Weibchen der Unechten Karettschildkröte werden bei der Eiablage gestört und die gerade geschlüpften Schildkrötenbabies werden von den hellen Straßenlaternen abgelenkt. Statt zum Meer laufen sie in Richtung Straße, in der Regel mit tödlichem Ausgang.

Um den Niststrand von Anamur noch rechtzeitig zu schützen startet die AGA in diesem Jahr ein Schutzprojekt in Anamur. In wenigen Wochen beginnt die Nistsaison. „Bis dahin müssen wir wichtige Schutzmaßnahmen für den Strand umsetzen“, betont Brigitte Peter. So werden beispielsweise Strandwächter eingesetzt, die neue Nester kartieren und mit speziellen Käfigen schützen. „Straßenlaternen am Strand müssen abgeschaltet oder beschattet und größere Baumaßnahmen am Strand verhindert werden“, fordert Brigitte Peter. Zusätzlich soll Öffentlichkeitsarbeit an Schulen den Rückhalt der Meeresschildkröten bei der Bevölkerung vor Ort stärken. Für ihre Arbeit in Anamur kann die AGA auf langjährige Erfahrung im Schutz von Meeresschildkröten zurückgreifen. Bereits an den Niststränden von Dalyan hat die AGA in den 1980er Jahren erfolgreich die Zerstörung des dortigen Niststrandes durch große Bauvorhaben verhindern können. Außerdem arbeitet die AGA vor Ort eng mit dem Umwelt- und Tourismusverein Anamur Çevre Doga ve Turizm Derneði AÇED zusammen.




Presse-Kontakt:

Aktionsgemeinschaft Artenschutz AGA) e.V.
Action Campaign for Endangered Species (ACES)
Tulpenstr. 1, D-70825 Korntal-Münchingen

Brigitte Peter
Tel. +49(0) 7150-922210
Fax: +49(0) 7150-922211
E-Mail: buero@aga-international.de
Internet: http://www.aga-international.de





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