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Int. Tier- und Menschenrechts Demo voller Erfolg!
05. August 2006 23:44 Uhr | G.A.U.M. bR




München/Bonn - Internationale Proteste gegen die bayrische Landesregierun wegen der "Bruno-Affaire"
"Zieht dem Schnappauf die Lederhosen aus!"

Delegierte aus ganz Europa fordern Bayern zum Umdenken bei der Wildtiervernichtung auf

Am gestrigen Samstag trafen sich 600 Tier- und Menschenrechtsaktivisten zu einer internationalen Demonstration gegen das Vorgehen der bayrischen Landesregierung im Fall der Tötung des medienbekannten Bären Bruno (JJ1) in Schliersee/Oberbayern.

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Die Veranstaltung wurde von einem Polizeikontingent von ca. 50 Beamten begleitet und verlief friedlich, informativ und sehr erfolgreich. Lediglich einige bayrische Heimat- und Jagdfanatiker lieferten sich hitzige Wortgefechte mit den Demonstranten.
Aus 15 europäischen Staaten waren Teilnehmer nach Bayern gereist, um gegen das in ihren Augen rechtswidrige und undemokratische Verhalten der bayrischen Minister Schnappauf und Beckstein zu protestieren. Besonderen Unmut erregte, dass Ministerpräsident Stoiber sich zwei Wochen vor der Demo in einem Interview mit dem Magazin "Freiheit für Tiere" über das Engagement der Tierschützer lustig gemacht hatte.

Die Sprecherin der "GRÜNEN" im bayrischen Landtag, die bekannte Autorin und Schauspielerin Barbara Rütting, betonte, dass die Opposition mit aller Schärfe gegen derart volksferne und arrogante Politik der bayrischen Staatsregierung vorgehen werde und das Verhalten der Verantwortlichen beim "Bruno-Skandal" eindeutig verurteilt. Sie gab zusammen mit Medienvertretern und Parlamentariern des bayrischen Landtages bekannt, dass Ministerpräsident Stoiber und seine CSU-Regierung auch für die Zukunft ihre Entschlossenheit erklärt hätten, weitere Bären, die sich zur Zeit "auf Wanderschaft durch die Alpen befinden" unnachgiebig abzuschiessen, sobald sie bayrisches Staatsgebiet beträten. "Man habe aus dem Fall Bruno nichts gelernt" erklärten die Kundgebungsredner.

Großen Anklang fanden auch die Redebeiträge der Tierrechtsdelegierten aus Italien, Slowenien, Kroatien, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Übereinstimmend wurde die Meinung vertreten, dass Bayern sich mit seinem rechtswidrigen Vorgehen, dass allen internationalen Abkommen widerspricht, außerhalb des Konsenses der Europäischen Gemeinschaft begibt, deren Mitgliedsstaaten mit Willdtierpopulation längst koordinierte schonende Maßnahmenkataloge beim Bodennutzungskonflikt zwischen Mensch und Wildtier vereinbart hätten. Damit, so die Redner aller europäischen Delegierten, füge die bayrische Staatsregierung der Wirtschaft, dem Tourismus, ja sogar ganz Deutschland schweren Schaden zu. Die Bundesregierung wurde aufgerufen, dem rechtswidrigen Treiben Bayerns Einhalt zu gebieten.

Die Hauptveranstalter der Demonstration, die "Gesellschaft für Artenschutz und Menschenrechte G.A.U.M. bR" (Bonn/München) und die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" (Heilbronn/Berlin) erklärten, dass mit dieser Demonstration noch lange keine Ruhe in die "Bruno-Affaire" kommen werde sondern dass die Prozessgemeinschaft solange, notfalls bis zur Verfassungsbeschwerde, den Rechtsweg beschreiten werde, bis die bayrischen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Anne Schauting von der G.A.U.M. bR verlas als Vertreterin der berühmten ehemaligen Schauspielerin und heutigen Direktorin ihrer Tierschutz Foundation Brigitte Bardot deren Solidaritätsbotschaft in der sie im Namen der Tierrechtsaktivisten aus der ganzen Welt Bayern heftig verurteilte und ihr Engagement in eigenen Refugium für Tanbären in Bulgarien hervorhob. Die Ermordung des Babybären Bruno sei absolut unnötig, da es genügend andere Möglichkeiten gegeben hätte wie man schonend mit dem Tier hätte verfahren können. Sie gab zur Kenntnis, dass sie selbst Bruno lieber in ihrem eigenen Bärenpark aufgenommen hätte, anstatt seinen Tod in Kauf zu nehmen.

Der Vertreter von "No Alla Caccia" u. "Liga Anti Caccia", Italien, warnte die bayrische Regierung, weitere Bären zu ermorden, da ansonsten mit verschärften Tierschutzprotesten auf bayrischem Staatsgebiet gerechnet werden müßte.

Die Sprecherin Fr. Mark, G.A.U.M. bR, verlas stellvertretend für das "Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung", das aus Urlaubsgründen keinen Delegierten entsenden konnte, ein anerkanntes wissenschaftliches Gutachten, dass ebenfalls die absolute Unnötigkeit der Bärentötung unter Beweis stellte und dass sich das IZW bereit erklärt hätte, sich des Falls Bruno anzunehmen, um ein Expertenteam damit zu beauftragen den Bären zu narkotisieren und ihn wieder nach Italien zurückzuführen. Dies sei in Bayern jedoch auf taube Ohren gestossen.

Die Vorgehensweise der bayrischen Staatsregierung im Falle Bruno stelle einen Verstoß gegen alle Artenschutz und Tierrechte dar. Das Leibniz Institut fordert zukünftig eine tierschutz- und artschutzgerechte Lösung, denn es ist zu erwarten, dass weiter Bären nach Bayern einwandern werden.

Stefan B. Eck, A.K.T.E. - Arbeitskreis Tierrechte und Ethik, hielt einen Vortrag über Ethik und Tierschutz und fordert generell die Abschaffung der Jagd, was auf scharfe Proteste der einheimischen Jagdfreunde stieß, die versuchten, seinen Vortrag durch Pfiffe und Rufe zu stören. Er erklärte weiter seinen Unmut über die ignorante Vorgehensweise der bayrischen Staatsregierung im Fall Bruno und wies ausdrücklich darauf hin, dass mehrfach sowohl das Jagd- als auch das Waffenrecht wie auch das Artenschutz- und Tierrecht verletzt wurde und dass es ohnehin ein Verbrechen darstellt, ein Tier das auf der Roten Liste steht, einfach zu erschiessen ohne andere Lösungssansätze in Betracht zu ziehen.

Julia Brunke, Redaktion "Freiheit der Tiere" berichtet von ihrem Interview mit Ministerpräsident Edmund Stoiber, in dem er sich über die Tierschützer lustig gemacht hatte. Sie wies darauf hin, dass der Bär Bruno keinen Menschen ein Leid angetan hat aber jährlich mindesten 40 Menschen bei Jagdunfällen oder beim Umgang mit Jagdwaffen tödlich verletzt werden und setzte sich daher ein die Jagd abzuschaffen und forderte alle Tierschutzfreund und Jagdgegner auf sich weiter für die Abschaffung der Jagd einzusetzen.

Dr. Eberhard Schneider, Präsident des Vogelschutzbundes zog Parallelen zwischen Tötung von Vögeln und der Ermordung Brunos. Er hatte erfolgreich einen gefangenen Geier von Detmold nach Spanien zurückgebracht und dort in die Freiheit entlassen.

Helmut F. Kaplan, Tierrechtsphilosoph brachte nochmals energisch das Versagen der bayrischen Regierung im Fall Bruno aus ethischer Sicht auf den Punkt.

Tanja Jermen, 2. Vorsitzende von "Stimme der Tiere" aus Kroatien mit überbrachte eine Grußbotschaft und forderte die bayrische Regierung zum Einlenken in ihrer harten Haltung bei der Wildtiervernichtung auf.

Andrea Gabrovic vom slowenischen Tierschutzverein berichtete von den 700 in Slowenien lebenden Bären mit denen es noch nie Probleme gegeben habe, von denen nun aber etliche zum Zwecke des Jagdtourismus abgeschossen werden sollen wogegen es erheblichen Protest bei den zuständigen Behörden gäbe aber die Lusttötung von Bären durch reiche Ausländer bisher nicht verhindert werden konnte. Dennoch hoffe sie, dass aufgrund des massiven Protestes, der jetzt in ganz Europa Raum greift, sich diesbezüglich zukünftig etwas ändern werde.

Herr Jeck , Vertreter des Generalsekretärs der Tierschutzpartei "Mensch-Umwelt-Tierschutz" Frank Michael Malchow drückte seine Solidarität aus.

Die Reden wurden immer wieder durch Musikstücke der Anti-Jagd Band "AJ-Gang" aufgelockert so dass die Stimmung der Demo ausgesprochen gut, informativ und aufgelockert wirkte. Es gab breiten Zuspruch zu den Rednerbeiträgen auch aus der regionalen Bevölkerung. Die Zuschauer waren begeistert von den Beiträgen und forderten lautstark ein Umdenken der bayrischen Staatsregierung mit Sprechchören wie: "Zieht dem Schnappauf die Lederhosen aus!" und " Nie wieder Jagd!"

Für Aufruhr sorgte noch die Aussage des Demonstrationsleiters Herrn Kurt Eicher von der "Initiative zur Abschaffung der Jagd", dass die Mörder von Bruno wohl bekannt seien und auch Bestechungsgelder in dieser Affaire geflossen seien. Genau wie die Vertreter der anderen Demonstrationsverantalterin "Gesellschaft für Artenschutz und Menschenrechte" gab er vehement seinem Wunsch Ausdruck, dass diese Rechtsbrüche, deren Verfolgung die Staatsanwaltschaft München II auf geradzu lächerliche Weise abgelehnt hatte, im Rahmen der vielen Rechtsbeschwerden gegen diese Bescheide endlich geahndet würden.

Insgesamt werteten die Veranstalter die Demonstration aufgrund der hohen Beteiligung und der vielen internationalen Delegationen als vollen Erfolg.


Bildmaterial:

Jede Menge Bildmaterial zu dieser Meldung finden Sie unter www.baer-bruno-ermordet.de (Rubrik "PressFoto").


Presse-Kontakt:

Gesellschaft für Artenschutz und Menschenrechte bR
c/o Hildegard Kaiser
Simrockstr. 8
53474 Ahrweiler
mail: hil@thokai.de
tel.: 0700-84662752
fax: 0172-7427092




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