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Passivrauch kann Herzinfarkt auslösen: Zwei nominierte Studien zum Passivrauch gewinnen den Forschungspreis 2006
6. Dezember 2006 | 13:00 Uhr | Fachjournalistin




Heidelberg - Am Mittwoch, den 6. Dezember 2006 wurde auf der vierten Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle der Forschungspreis„Rauchfrei Leben“ 2006 verliehen. 

Neueste Studien belegen, dass Passivrauch am Herz und an den Gefäßen akute Prozesse auslöst, die auch bei der Entstehung der Atherosklerose eine zentrale Rolle spielen. Dass Passivrauchen für chronische Veränderungen am Herz und an den Gefäßen verantwortlich ist, weiß man schon länger. Neu an der Untersuchung sei die Diskussion der Ursachen der nicht linearen Dosis- Wirkungsbeziehung zwischen Tabakrauchexposition und KHK-Risiko, erläuterte Dr. Tobias Raupach, Abteilung Kardiologie und Pneumologie am Klinikum der Georg-August-Universität in Göttingen.

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Das Zusammenspiel der endothelialen Dysfunktion und die gesteigerte Thrombozyten-Aktivität initiiert eine entzündliche Reaktion. Oxidativer Stress fördert über die Bildung oxidierter LDL-Moleküle bei gleichzeitiger Verminderung des protektiven HDL-Cholesterins das Fortschreiten der Entzündung. So löst bereits eine geringe Schadstoffbelastung akute Prozesse am kardiovaskulären System aus und bereitet den Boden für eine klinisch manifestierte Atherosklerose. Bei bereits bestehenden atherosklerotischen Veränderungen kann das Passivrauchen über die genannten Mechanismen und durch die negativ induzierte Sauerstoffbilanz des Myokards auch direkte fatale Folgen haben: Patienten mit vorbestehendem Koronarsyndrom können durch das unfreiwillige Einatmen des Tabakrauchs einen Herzinfarkt erleiden.

Die gefährlichen Folgen des Passivrauchens für das kardiovaskuläre System sind eindeutig belegt und haben sicherlich mit dazu beigetragen, dass der Schutz vor Passivrauch verbessert bzw. erneut diskutiert wird. Dieser Schutz sollte für alle Personen in allen öffentlichen Einrichtungen und Bereichen umgesetzt werden.

Die zweite ausgezeichnete Untersuchung beleuchtet die besonderen Umstände, in denen sich rauchende Schwangere, Stillende und Mütter von Kleinkindern befinden. Die gesundheitlichen Risiken und Schäden für die Ungeborenen und Kleinkinder sind bekannt, auch existieren zahlreiche Raucherentwöhnungsprogramme, doch über die Frage ob, wie und wer die Beratungen durchführen sollte, bestehen keine klaren Vorstellungen, stellt Dr. J. R. Thyrian vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald fest. Nach seiner Überzeugung bilden Hebammen eine Berufsgruppe, die in vieler Hinsicht prädestiniert ist, bei der Rauchberatung mitzuwirken.

So pflegen Hebammen einen engen und vertrauensvollen Kontakt zu den betroffenen Schwangeren und Müttern – eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwöhnung. Wie Thyrians Untersuchung zeigt, sind sich die Hebammen in ihrer beruflichen Rolle ihrer Verantwortung durchaus bewusst. Sie sprechen mit den Patientinnen über das Thema Rauchen, thematisieren es und werden beratend tätig. Jedoch fehlen bisher systematische Entwöhnungsangebote. Thyrian fordert konsequenterweise ein Angebot an Fort- und Weiterbildung für Hebammen, damit diese, neben anderen Berufsgruppen wie Kinderärzten, Gynäkologen und Psychologen, effektiv über qualifizierte Entwöhnung zur Senkung der Raucherquote beitragen können.

Dr. Raupach und Dr. Thyrian erhielten für ihre herausragenden Arbeiten gemeinsam den diesjährigen Forschungspreis 2006 „Rauchfrei Leben“.

Gestiftet vom Unternehmen Pfizer Consumer Healthcare GmbH wurde der Preis schon zum zwölften Mal vom Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit e.V. (ÄARG) ausgeschrieben.
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Abdruck honorarfrei, um Belegexemplar wird gebeten


Presse-Kontakt:

Prof. Dr. med. F.J. Wiebel
Ärztlicher Arbeitskreis
Rauchen und Gesundheit e.V.
Postfach 1244
D-85379 Eching
Tel./Fax: 089-316 2525
E-Mail: wiebel@globalink.org
www.aerztlicher-arbeitskreis.de





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