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Schlankheitsmittelvergleich 2006
11. April 2006 15:47 Uhr | Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.




Aachen - Im Frühjahr haben Schlankheitsmittel Hochkonjunktur, denn viele Übergewichtige oder solche Menschen, die meinen zu schwer zu sein, möchten oftmals allein durch Pillen und Pulver ohne Anstrengung ein paar Kilo abnehmen. Die Ernährungswissenschaftler und Diätexperten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. haben bereits zum fünften Male die unterschiedlichen Schlankheitsmittel unter die wissenschaftliche Lupe genommen und die wissenschaftliche Literatur durchforstet. Ab sofort steht unter http://www.ernaehrungsmed.de/download/Schlankheitsmittel_im_Vergleich.pdf  der aktuelle Schlankheitsmittelvergleich als Download zur Verfügung.

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Grundsätzlich sind nicht alle Schlankheitsmittel überflüssig oder gar unwirksam. Leider gibt es aber viele Schlankheitsmittel, die für die menschliche Gesundheit gefährlich oder aber ohne jeden Nutzen sind. In diesem Jahr geben die Bundesbürger nach Analyse der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in den Apotheken rund 170 Millionen Euro für Schlankheitsmittel aus. Die schlechte konjunkturelle Situation führt seit Jahren zu niedrigeren Absatzzahlen bei Schlankheitsmitteln. Im Jahr 2002 lag der Umsatz noch bei mindestens 210 Millionen Euro.

Zu den gefährlichen Schlankheitsmittel gehören die so genannten Appetitzügler, die Amphetamine oder Ephedrin enthalten und tödlich sein können. Das Bundesinstitut für Arzneimittel hat schon mehrfach vor Ephedra gewarnt. Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei Übergewichtigen eine Vorsättigung zu erzeugen. Diesen Effekt erreichen die gebräuchlichen Quell- und Sättigungsmittel, die zumeist zur Gruppe der Medizinprodukte gehören (Bionorm, CM3 Alginat oder Recatol) durch Ballaststoffe (Alginat, Guarkernmehl oder Konjac-Wurzel-Mehl) oder Kollagen (Matricur). Diese quellen im Magen auf und verbleiben dort mehr oder weniger lange. Solche Produkte sind aber nur effektiv, wenn sie eine Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie begleiten.

Nur für wenige Sättigungspräparate (zum Beispiel CM3 Alginat) liegen Studien vor, die die Wirksamkeit untermauern. Für Menschen, die unter extremen Hungergefühlen leiden und zu Heißhungerattacken neigen, sind sättigende Medizinprodukte, die freiverkäuflich in Apotheken erhältlich sind, gut geeignet, das Übergewicht abzubauen. Präparate, die auf der Basis von Grapefruitballaststoffen sind, enthalten oftmals eine hohe Pestizidmenge.

Neben dem verschreibungspflichtigen Arzneimittel Xenical gibt es keine anderen Fettmagneten. Ballaststoffe aus Tieren und Pflanzen sind tatsächlich in der Lage, minimale Fettmengen zu binden, die jedoch zur Behebung von Übergewicht nicht ausreichen. Der vollständige Schlankheitsmittelvergleich ist unter http://www.ernaehrungsmed.de/download/Schlankheitsmittel_im_Vergleich.pdf downloadbar.

Tabelle: Schlankheitsmittel im Vergleich

Produktgruppe

Substanzen

Empfehlung

Appetitzügler

Amphetamine oder Ephedrin

Gefährlich

Quell-/Sättigungsmittel

Ballaststoffe, Faserstoffe

Bei übermäßigem Hunger zur Vorsättigung bei Übergewicht sinnvoll

Formuladiäten

Proteinmodifiziertes Fasten

Zum gesunden Abbau von einigen Pfunden, im Rahmen eines ärztlichen Therapieprogramms und als Mahlzeitenersatz sinnvoll

Fettmagneten

Faserstoffe (z.B. Chitosan)

Kaum wirksam – leicht sättigend, cholesterinspiegelsenkend

Jodhaltige Präparate

Jod

Unwirksam – bei Schilddrüsenerkrankungen gefährlich

Abführmittel


Unwirksam – kann zur Gewöhnung und zu Schädigungen des Dickdarms führen

Aminosäurepräparate

Aminosäuren

Könnte wirksam sein – weiterer Forschungsbedarf

Enzympräparate

Enzyme

Unwirksam

L-Carnitin-Präparate

L-Carnitin

Zur Optimierung der Körperzusammensetzung in Kombination mit Sport gegebenenfalls sinnvoll

Diuretika

verschiedene

Unwirksam - gefährlich

Hoodia-Kaktus

?

Unwirksam

CLA

Konjugierte Linolsäure

Zur Optimierung der Körperzusammensetzung in Kombination mit Sport gegebenenfalls sinnvoll

Rimonabant“

Rimonabant

Noch nicht eingeführt!

Xenical

Orlistat

Bei Adipositas sowie Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten sinnvoll

Reductil

Sibutramin

Bei Adipositas sowie Übergewicht mit ernährungsbedingten Krankheiten sinnvoll

Eine Grafik zum Thema kann unter presse@ernaehrungsmed.de angefordert werden.




Presse-Kontakt:

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Mariahilfstraße 9, 52062 Aachen
Tel: 0241-961030, Fax: 0241-9610322
presse@ernaehrungsmed.de, www.ernaehrungsmed.de




Hinweis: Für den Inhalt dieser Presse-Information ist ausschließlich deren Emittent verantwortlich. Bei Fragen zum Release-Net wenden Sie sich bitte an buero@release-net.de.



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