Firma I-Chip sorgte für Wirbel um implantierte Funkchips.
13. März 2007 | 09:05 Uhr | Think Tank 30 Deutschland
Junioren des Club of Rome stoßen mit Fake-Firma für Personal-RFID-Chips öffentliche Debatte an.
Hamburg - Entwarnung: Mitarbeitern deutscher Firmen werden doch keine Computerchips implantiert. Der Anbieter dieser Technologie, das Unternehmen I-Chip, existiert schlichtweg nicht. Junioren des Club of Rome entwarfen die Idee für das fiktive Unternehmen, um eine öffentliche Diskussion anzuregen. Hunderte von E-Mails landeten im Posteingang des Phantomunternehmens.
NET-TRIBUNE.DE
This domain name is not available for registration
Contact the current owner of this domain
Bei der provokanten Aktion „I-Chip“ geht es um eine brisante gesellschaftliche Herausforderung: Was muss bereits heute geschehen, damit moderne RFID-Technik im Einklang mit menschlicher Integrität, Sicherheit und Würde gestaltet wird? Die Projektgruppe „Zukunftswelten“ des Think Tank 30 Deutschland des Club of Rome greift damit ein Thema auf, das in der Öffentlichkeit bisher wenig Beachtung findet, unseren Alltag aber in Kürze deutlich verändern wird.
Für den Start der CeBIT 2007 wurde der Produktlaunch von I-Chip in Deutschland angekündigt. Der Think Tank 30 nutzt das öffentliche Interesse, um mit einem Aufruf die Diskussion zu Chancen und Risiken zukünftiger Technik zu beleben. Er fordert Wirtschaft, Politik und Forschung auf darzulegen, wie sie durch vorausschauendes Management die volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale erschließen und negative Entwicklungen vermeiden wollen. „Wir brauchen eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem, was viel schneller auf uns zukommt, als wir es uns vorstellen können“, fasst Alexander Nick, Mitinitiator von I-Chip, die Motivation des Projektes zusammen. „Dabei steht eine differenzierte Reflektion über die möglichen Wirkungen im Mittelpunkt.“
Die Internetpräsenz der Firma I-Chip hat für viele verunsicherte Rückmeldungen gesorgt. Sie suggerierte dem Leser eine Revolution im Personalmanagement durch Funkchips (sog. RFID-Chips). So sollte das Implantat unter anderem eine automatische Zeiterfassung, Zugangskontrollen und eine Rückverfolgbarkeit von Arbeitsschritten gewährleisten. „Bei der Webseite handelt es sich um ein als Aktivposten getarntes Webgemälde“, kommentiert Birte Kleine-Benne, Mitglied des Think Tank 30. Das interdisziplinäre Projektteam geht innovative Wege: Solange sich eine neue Technologie nicht materialisiert und durch konkrete Produkte greifbar wird, bleibt eine kritische Auseinandersetzung aus. I-Chip hebelt diesen Spätzünder-Effekt aus: „Wir sehen schwarz auf weiß, dass Science Fiction nicht mehr nur Fiction darstellt, sondern sich unsere Welt in ungeahnte Bahnen bewegt“, so eine der zahlreichen Anmerkungen eines Besuchers der Webseite.
Die Funktechnologie RFID (Radio Frequency Identification) ist Teil der Technikvision des „Pervasive Computing“. Diese beschreibt eine Zukunft, in der kleinste Computer in Alltagsgegenstände, Kleidung und selbst in den Menschen Einzug halten. Es geht um eine umfassende Informatisierung der Gesellschaft. Das Internet stellt dabei lediglich den ersten Schritt hin zu einer vernetzten Welt dar. Das Thema hat sich in jüngerer Zeit zu einem stark wachsenden Forschungs- und Geschäftsfeld entwickelt. Auf der CeBIT werden auch dieses Jahr wieder viele technische Innovationen im Hinblick auf die Vision des „Pervasive Computing“ präsentiert.
Das Projekt „Zukunftswelten“ wurde von Mitgliedern des Think Tank 30 Deutschland ins Leben gerufen.
Die Initiatoren: - Dr. Birte Kleine-Benne, Kunstwissenschaftlerin, - Dr. Gesa Köberle, Geo- und Politikwissenschaftlerin, - Dr. Ivo Mersiowsky, Ingenieur, - Alexander Nick, Wirtschaftsingenieur, - Florian Toperngpong, Kommunikationsdesigner und - Karsten Zimmermann, Politologe
Der Think Tank 30 Deutschland ist ein unabhängiges, überparteiliches und eigenständiges Netzwerk junger Menschen in den Zwanzigern und Dreißigern unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. Es ist den Grundsätzen des Club of Rome und damit einem umfassenden, globalen und langfristigen Lösungsansatz für die Herausforderungen unserer Zeit verpflichtet. (www.tt30.de)
Presse-Kontakt:
Think Tank 30 Deutschland
Projektgruppe Zukunftswelten
Alexander Nick
030/36 46 00 25
a.nick@tt30.de
Hinweis:Für den Inhalt dieser Presse-Information ist ausschließlich deren Emittent verantwortlich. Bei Fragen zum Release-Net wenden Sie sich bitte an buero@release-net.de.
NET-TRIBUNE.DE
This domain name is not available for registration