Düsseldorf - Verdi will die aktuelle Entwicklung im Finanzsektor zur Mitgliedergewinnung nutzen. Und greift dabei auf kritikwürdige Methoden zurück, die man eher von undemokratischen Parteien oder Initiativen kennt: Ängste schüren, um Menschen gefügig zu machen.
Düsseldorf. Die DBV-Gewerkschaft der Finanzdienstleister mahnt zur Rückkehr zu einem verantwortungsbewussten Umgang jenseits von Eigennutz und gewerkschaftlicher Existenzsicherung. Denn die Diskussion im Vorfeld der Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe nimmt groteske Züge an: Die Großgewerkschaft Verdi verteilt Handzettel mit nachweisbaren Fehlinformationen (mehr dazu im beigefügten Anhang), um Bankmitarbeiter zu einer Mitgliedschaft zu überreden. „Dabei setzen sie auf ein Instrument, dass nicht Teil eines demokratischen Diskussionsprozesses sein sollte: platte Propaganda. Sie wollen Zukunftsängste bei den Mitarbeitern schüren“, so Sigrid Betzen, Hauptgeschäftsführerin des DBV.
Verdi beweist dabei ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt: Die Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe stehen an in einer Zeit, in der Banker bereits verunsichert sind, da die Finanzbranche weltweit in einer Krise steckt. „Verdi braucht dringend neue Mitglieder und ist wohl mittlerweile bereit, recht rücksichtslos dabei vorzugehen. Sie versuchen die Verunsicherungen der Menschen zu Ängsten zu steigern“, erklärt Betzen. Dabei handelt der Gewerkschaftsriese aber nach Ansicht des DBV unverantwortlich und ohne Rücksicht auf die Zielgruppe, um die es in dieser Diskussion geht.
Die Hauptgeschäftsführerin betont: „Wir haben einen anderen Anspruch als Verdi. Der DBV sieht sich als Interessensvertretung von Bankern oder besser gesagt von Menschen, die in einer Bank arbeiten. Neben den beruflichen Anforderungen haben sie noch die Rolle als Ehemänner und -frauen oder sogar Eltern. Dafür brauchen sie Planungssicherheit und eine stabile Entwicklung in der Branche. Wenn die Zeiten schon schwer sind, braucht es nicht noch die Methoden von Verdi, um Öl ins Feuer zu gießen – und das noch dazu allein aus machtpolitischem Eigennutz.“ Man dürfe bei aller Ideologie nicht vergessen, dass Gewerkschaften einen Zweck und eine Aufgabe haben, sie sind nicht Selbstzweck. Daher fordert der Branchenspezialist DBV die Großgewerkschaft Verdi auf, die Diskussion wieder auf einer sachlichen Ebene zu führen. Denn es geht darum, die beste Lösung zu finden. Und da kann und sollte Verdi einen konstruktiven Beitrag leisten.
Weitere Informationen zur verfehlten Informationspolitik von Verdi finden Sie im Factsheet. Gern stehen wir Ihnen auch persönlich für Fragen zur Verfügung.
Der DBV ist seit 1894 die Gewerkschaft der Finanzdienstleister. Er vertritt mit 20.400 Mitgliedern ein Drittel der organisierten Mitarbeiter und ist die zweitgrößte Gewerkschaft der Branche. Der DBV ist Tarifpartner des Privaten Bankgewerbes, der Genossenschaftsbanken und des Privaten Versicherungsgewerbes. Der DBV hat in den letzten 15 Jahren seine Mitgliederzahl nahezu verdoppelt und ist weiterhin auf Wachstumskurs.
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