Prof. Maelicke fordert Sofortprogramm für den Deutschen Jugendstrafvollzug
18. November 2006 18:13 Uhr | DISW - Deutsches Institut für Sozialwirtschaft
Lüneburg - Prof. Dr. Bernd Maelicke ( 65 ), Direktor des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft ( DISW ), erklärte heute zu den aktuellen Vorkommnissen in der JVA Siegburg:
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"Diese Vorfälle zeigen den akuten Entwicklungsbedarf des deutschen Jugendstrafvollzugs. Ähnliche Vorfälle können auch in anderen Anstalten und in anderen Bundesländern stattfinden - auch im Erwachsenenvollzug. Immer wieder kommt es zu negativen gruppendynamischen Prozessen mit Gewalteskalationen.
Überbelegung, überlanger Einschluss und geringe Präsenz von Betreuungsbeamten an den Wochenenden gibt es nicht nur in Siegburg.
Prof. Maelicke, selbst 15 Jahre Abteilungsleiter für Strafvollzug im Justizministerium Kiel, nunmehr Prof. an der Uni Lüneburg, fordert ein Sofortprogramm für den deutschen Jugendvollzug:
- schnellstmögliche Verabschiedung der ausstehenden Länderjugendvollzugsgesetze entsprechend den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts
- Gebot der Einzelunterbringung während der Ruhezeit
- Verbot der Überbelegung
- Verbot des ununterbrochenen Einschlusses über 12 Stunden hinaus
- Wohngruppenvollzug mit fest zugeordeneten Betreuungsbeamten
- Freizeit-, Sport- und Besuchsprogramme auch an den Wochenenden
- verstärkte Mitwirkung und Präsenz auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeitern freier Träger der Straffälligenhilfe
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