Werteverfall: Kinder müssen Monster werden
Essen - Deutsche Knigge-Gesellschaft fordert Rückkehr zu Respekt, Disziplin und Autorität
Knigge for Kids: Disziplin statt RitalinDer Amoklauf von Winnenden ist die Spitze eines Werteverfalls, den Experten seit langem beobachten. Unsere Kinder entwickeln sich zu Monstern und Tyrannen. Auch wenn sie nicht alle gleich Amok laufen: der tägliche Terror im Kinderzimmer reicht. Klingt hart, ist aber wissenschaftlich erwiesen: Schwere Fehler und grundlegende Irrtümer in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen führen zu irreparablen Schäden. Sozialverhalten Sechs minus, Rücksicht auf andere: Fehlanzeige. Viele Kinder sind nicht mehr in unser Sozialgefüge zu integrieren. Was die 68er Bewegung gut gemeint hatte, erweist sich nun als Bumerang. Falsch verstandene „antiautoritäre Erziehung“ erzeugt egoistische Prinzen und Prinzessinnen, die ihren Eltern, Lehrern und Erziehern die Hölle auf Erden bereiten.
Dr. Hans-Michael Klein, Vorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft: „Viele lächeln über die neue Knigge-Welle mit ihrer übertrieben erscheinenden Regelungssehnsucht aller Lebensbereiche. Tatsächlich kann man darüber streiten, ob es nicht wichtigere Probleme gibt als den korrekten Umgang mit Messer und Gabel. Wo Knigge aber geradezu zum elementaren Pflichtprogramm gehört sollte, das ist bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen.“
Freiherr von Knigge war gar nicht der steife Benimm-Onkel, auf den er immer reduziert wird. Ihm ging es um Größeres: die Erziehung des Menschen zur ethischen und sittlichen Selbstverantwortung. Er war als Humanist von den hohen Zielen der Aufklärung inspiriert. „Was du nicht willst, dass man dir tu, füg auch keinem anderen zu“. Was hier wie ein banaler Kinderreim klingt, ist die direkte Übersetzung des berühmten Leitsatzes des großen Philosophen Immanuel Kant, des so genannten „Kategorischen Imperativs“. Hier kristallisiert sich die Ethik der Aufklärung: Persönliche Verantwortung für moralisch einwandfreies (Sozial-)Verhalten. Und: Achtung vor dem Leben.
Allein der Blick in ein deutsches Klassenzimmer zeigt, wie weit wir hinter die Ideale der Aufklärung zurückgefallen sind. Von Knigge keine Spur. Lautstärke wie am Flughafen. Das jedenfalls haben Lärmmessungen des TÜV ergeben. Spitzenwerte bis 110 Dezibel. Das ist wie bei einem startenden Jet. Die Kinder lärmen, rennen durcheinander und werfen mit Gegenständen um sich. Da ist ein normaler Unterricht unmöglich. Gut, das ist nicht überall so. Aber immer öfter. Würde Knigge noch leben, wäre er spätestens beim Betreten einer heutigen Schulklasse tot umgefallen. Vor Schreck. Seine Maxime war: „Deine Freiheit endet an der Freiheitsgrenze deines Nachbarn“. Und die wird heute schamlos verletzt. Die Freiheit des Lehrers, zu unterrichten und das Freiheitsrecht der anderen Kinder auf Bildung.
Statt auf den Freiheitsgedanken Knigges zu setzen und den Kindern Ihr Recht auf Unterrichtsdisziplin zu gewähren (auf deutsch: „still sitzen und aktiv dem Unterricht folgen!“) empfehlen die antiautoritären Pädagogik-Theoretiker Hilfsmaßnahmen gegen den Lärmterror in der Schule, die an Bürgerstreiche aus Schilda erinnern. Sie behaupten, das Tüv-Lärmgutachten habe die Notwendigkeit von lärmdämmenden technischen Maßnahmen gezeigt. Sie meinen damit nicht etwa „Heftpflaster auf Kindermund“ sondern Akustikdecken und schallschluckende Dämmplatten an den Wänden. Armes Deutschland! Die nächste Pisa-Studie lauert schon!
Verweigerung wird zum Normalfall. „Mein Kind hat eben eine starke Persönlichkeit, es weiß, was es will“ entschuldigen Eltern ihre Kinder, die sich wie kleine verwöhnte Teufel benehmen. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Kleine Kinder haben noch gar keine entwickelte Persönlichkeit. Das kommt erst später. Sie denken –gemäß ihrer natürlichen Entwicklungsstufe- zu allererst einmal: „Ich, ich, ich“ Und direkt danach: „Leben nach dem Spaß-Prinzip“. Da stört alles, was irgendwie anstrengend ist und nervt, wie etwa 500m zu Fuß gehen oder im Unterricht Disziplin durchhalten. Das ist übrigens bei jungen Hunden genauso. Und deswegen macht die Hundemama klare Ansagen, wo es lang geht. Das Leben ist kein Ponyhof, das nervt eben manchmal. Darauf bereitet die Hündin ihre Jungen vor. Das macht aus Hundebabys später soziale Hundewesen. Die Menschenmamis und Papis sehen Ihre Kinder dagegen als Partner, deren Willen zu respektieren sei. Alles was nervt, fliegt raus. Zum Beispiel Disziplin. Voll uncool. „Kinder müssen spielerisch lernen“. Dazu projizieren Eltern ihre gesamten Hoffnungen, Ängste und unerfüllten Sehnsüchte auf ihr Kind und überfordern es damit vollständig. Ergebnis sind 10jährige Kinder, die psychisch in einer lustbetonten Entwicklungsstufe verharren, die man eigentlich nach dem dritten Lebensjahr abgeschlossen haben sollte: der ich-orientierten Ego-Phase. Kinder steuern dann die Erwachsenen nach ihrem Gusto, leben ausschließlich nach dem Fun-Prinzip und sind völlig außerstande, sich in eine soziale Gemeinschaft zu integrieren. Das macht sie einsam. Japan hat dafür ein eigenes Wort entwickelt: „Hikikomoris“. Das sind Kinder, die nur noch allein zuhause sitzen und Computerspiele spielen. Zum Beispiel Killerspiele. Das senkt die Tötungshemmung. Dazu entwickeln sie einen Hass auf andere. Typisch für wunderliche Einzelgänger.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: nicht alle verzogenen Kinder werden Amokläufer. Das ist nur ein minimaler Bruchteil unterhalb des Promillebereichs. Früher war auch gewiss nicht alles besser. Es gab eben nur keine Amokläufer. Obwohl es auch Waffen gab. Vor 30 Jahren hatten die Kinder aber Leitsätze intuitiv programmiert wie „so etwas gehört sich nicht“. Klingt sehr altmodisch. Heute sollen Kinder die zehn Gebote „einsehen“ und verstehen. Sehr modern sind zur Zeit Amokläufe und Steinwürfe von Autobahnbrücken. Das wird in den nächsten Jahren eine brandgefährliche Modewelle. Machen wir uns nichts vor: die Attentäter von morgen sammeln gerade Steine und putzen schon ihre Pistolen.
Gebt den Kindern wieder, was Ihnen zusteht: Orientierung, Führung, Sozialkompetenz. Dazu brauchen sie Grenzen und klare Ansagen wie zB. „NEINNNN!!!“. Einsehen können sie das später immer noch. Sie brauchen positive Autoritäten, die ihnen helfen, die jeweils nächste Entwicklungsstufe zu erklimmen. ZB.: vom „Ich“ zum „Wir“. Das bedeutet auch „Verzicht“ und „Aushalten können“, das bedeutet „Anstrengung“ und „Selbstüberwindung“. Sonst werden wir nur noch verhaltensauffällige Kinder und weitere Amokläufer bekommen.
Stattdessen wächst heute eine Therapeutenmafia, angeführt von den „Berufs-Eltern“, die ihre verfehlten Erziehungsresultate dann mit den gängigen Krankheitsetiketten kaschieren: Anti-Aufmerksamkeits-Syndrom, Hyperaktivität, Legasthenie, Sprachverzögerungssyndrome usw. Dafür gibt’s ja Therapeuten. Oder, was noch besser funktioniert: Psychopharmaka, z.B. den Ruhigsteller RITALIN. Plötzlich hat man dann ganz liebe Kinder. Etwas schläfrig vielleicht, aber erstaunlich pflegeleicht. Der Verbrauch von Ritalin hat im letzten Jahr um 31 Prozent zugenommen. In Frankreich bekommt sogar bereits jedes dritte Kind Ritalin. Das ist Mord. An der Kinderseele. Schluss damit! Die Deutsche Knigge Gesellschaft hat mit ihrer Knigge-Akademie dazu eine Kampagne ins Leben gerufen: „Knigge for Kids: Disziplin statt Ritalin“. Knigge klingt verstaubt und altmodisch. Ist aber heute die einzige Rettung.
Thesen:• Die weichgespülten „partnerschaftlichen“ Erziehungskonzepte sind gescheitert
• Kinder sind keine Partner, sind keine kleinen Erwachsenen.
• Kinder durchlaufen Entwicklungsstufen: Einsicht und Verstehen sind in den ersten Jahren unmöglich
• Schluss mit dem „Alles erklären und verstehen wollen“.
• Statt „wie es euch gefällt“ absolute Konsequenz, klare Ansagen, liebevolle Strenge
• Kinder haben ein Recht auf Integrationsvorbereitung für gesellschaftliches Miteinander
• Ego-Trips und Spaßgesellschaft sind keine Erziehungsziele, sondern Seelenmord
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Dr. Hans-Michael Klein
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