Youngster Patrick Tiller gerät beim Ford Fiesta ST Cup am Nürburgring ins Schlittern
19. Juni 2006 17:11 Uhr | motioncompany.de
Unfall beendet furiose Aufholjagd von Patrick Tiller
Erlangen / Leopoldsdorf, Wien - Nach wieder einmal langer Anfahrt von Leopoldsdorf bei Wien zur Rennstrecke am Nürburgring kam ein müder Patrick Tiller am Donnerstag, den 15. Juni, um 7 Uhr morgens bei starkem Regen in der „Grünen Hölle“ an.
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Mit den ersten Sonnenstrahlen, die sich im Laufe des Vormittags am Himmel zeigten, wurde der 17-Jährige aber endgültig wach, zeigte sich bald wie gewohnt in bester Laune und fieberte dem ersten Zeittraining entgegen.
Der Youngster feierte wie schon in den Läufen zuvor beim Rennen über den gesamten Nürburgring wieder seine Rennstrecken-Premiere. Zwar hatte er Teilbereiche des Umlaufs bereits drei Wochen zuvor auf der Sprintstrecke (3,618 km) kennengelernt, nicht aber die beim Ford Fiesta ST Cup gefahrenen ganze Länge der berühmt-berüchtigten „Grünen Hölle“ (25,378 km).
Leider sollte es das Schicksal diesmal nicht gut meinen mit dem Österreicher. Zwar war der am Donnerstag teils nasse, teil trockene Nürburgring ganz nach dem Geschmack von Patrick und beim Zeittraining auch schon nach der Einführungsrunde „Liebe auf den ersten Blick“, wie er am Telefon erläuterte. Aber zu mehr als einer mageren weiteren Umrundung der Strecke sollte es an diesem Tag nicht reichen. Grund war, wie Stunden später festgestellt, eine defekte Benzinpumpe, deren eingeschränkte Funktion an diesem Tag das Qualifying vorzeitig beendete.
Am Freitag dann hatte der bald volljährige Pilot dann nach dem durch Nebel verzögerten zweiten Training natürlich im Gegensatz zu seinen Konkurrenten ein klares „Kilometer-Defizit“, was sich am Ende dann mit Startplatz 32 unter 35 Fahrern zunächst negativ auswirkte.
Dass der Leopoldsdorfer allerdings äußerst lernfähig ist und Streckendetails wie ein Schwamm aufsaugt und zu seinem Vorteil umsetzt, war am Rennsamstag dann schon beeindruckend anzusehen: Der „Rookie“ begann vom Start weg in einem bestens abgestimmten Auto eine derartig furiose Aufholjagd, dass er sich schon nach zwei Runden auf Rang 19 wiederfand. Bei der dritten Umrundung dann allerdings sollte die wenige Erfahrung des Österreichers auf diesem Kurs zu seinem Nachteil werden. Etwas zu schnell fuhr er in eine Kurve, geriet nach dem Überfahren der Curbs ins Schlingern und schleuderte so quer über die Strecke. Der Bolide überschlug sich, legte sich schließlich nach einem leichten Crash mit der Leitplanke auf die Fahrerseite, so dass die Streckenposten kommen mussten, um den Renner wieder aufzurichten.
Der junge Österreicher war kurzerhand Gast in der medizinischen Betreuung, nach einer schnellen Untersuchung freilich wurde schnell festgestellt, dass er den Unfall bis auf einige Prellungen unbeschadet überstanden hatte.
Sein Seelenheil hatte Patrick Tiller nach dem ersten Schock („Mein Puls war kurzzeitig auf 160“) auch bald wieder gefunden. Zwar ärgerte er sich nach den vielen Platzgewinnen, dass er das Rennen nicht zu Ende hatte fahren können, in dem wohl die Punkteränge drin gewesen wären. Dennoch überwog das Positive, z.B. dass er sich auf einer der anspruchvollsten Rennstrecken Deutschlands so schnell und so gut zurecht gefunden hatte.
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