Berufsimker widersprechen der Wiederzulassung von chemischen Nervengiften als Beizmittel für Raps und fordern neue Zulassungsregeln
Utting - Der deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und der Europäische Berufsimkerbund bedauern die Entscheidung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 25.06.2008, das Ruhen der Zulassungen für bienengefährliche Rapsbehandlungsmittel aufzuheben.
Gegen diese Entscheidung hatten die Imker am vergangenen Freitag in Braunschweig demonstriert. Am Rande der Kundgebung trafen sich Vertreter der Imker und des BVL zu einem Meinungsaustausch. Dabei verwies der Imkerverband auf die besonderen Gefahren von Nervengiften wie Clothianidin und forderte nachdrücklich ein umgehendes Anwendungsverbot Insofern widerspricht der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund auch entschieden der Darstellung des BVL, es gebe ein Einvernehmen mit dem DBIB in der Frage der Wiederzulassung bienengefährlicher Beizmittel für Raps.
Als erfreulich werten die Imker hingegen die Zusage des BVL, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Tests auf Bienengefährlichkeit einfließen zu lassen. Dies ist eine der zentralen Forderungen des DBIB. "Die bisher üblichen Untersuchungsmethoden sind veraltet und versagen bei diesen neuen Nervengiften grundlegend", sagt Manfred Hederer, Präsident des DBIB. "In wie weit dies dann umgesetzt wird, muss sich in nächster Zeit zeigen. Man sei aber zuversichtlich einen fruchtbaren Dialog begonnen zu haben," so M. Hederer weiter.
Bundesdeutsche Entscheidungen schlagen unterdessen Wellen in ganz Europa. „So wie das BVL seine Beweggründe für die Wiederzulassung von Clothianidin für die Rapsbeizung erläutert, wird uns klar, dass die Behörde die Gefährdung der Bienen bei seiner Entscheidung bisher nur in einem sehr engen Bereich betrachtet“, sagte Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes (EPBA). „Zahlreiche andere von den Imkern in der Praxis beobachtete Ursachen für die Vergiftung unserer Bienen durch Clothianidin wurden in dieser Entscheidung nicht berücksichtigt. Wir müssen daher mit weiteren Bienenschäden rechnen.“, warnte Haefeker. Die Berufsimker sehen ihre Existenzgrundlage zunehmend durch den Einsatz bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel gefährdet. Bienenvölker gelten zudem als Frühwarnsystem für gefährliche Agrarchemie.
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