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Vertreibung der Imker als Lösung zum Bienensterben
23. Juni 2008 14:43 Uhr | Deutscher Berufs- und Erwerbs-Imker Bund e. V.


Expertenhearing zum Bienensterben in Grötzingen/Karlsruhe

Utting - Als Ergebnis des zuhörenden Imkers gibt es nur eine Empfehlung: weit weg mit den Bienen. Aber wohin? Etwa in den Obstbau zum Antibiotika? Oder in den Nosema bringenden Raps? Oder gar zur Gentechnik? Unsere bis dato erfolgreichen Betriebskonzepte greifen ab jetzt nicht mehr.

Die Antworten auf die Fragen aus der Praxis, vor allem des Berufsimkers Christoph Koch (Stellvertretender Vorsitzender des Berufsimkerverbandes DBIB und Landesgeschäftsführer Baden-Württemberg), zeigten immer wieder, wie weit entfernt all die Verantwortlichen aus den diversen Bereichen vom Mut zur richtigen Entscheidung sind. EU-Vorgaben werden als Vorwand angeführt, um sich hinter deren Entscheidungen zu verstecken. Frankreich, dessen Arzneimittel-Konsum weit höher ist als der in Deutschland und dessen allgemeine Liberalität zu Pflanzenschutzmitteln überall bekannt ist, geht einen weit mutigeren und konsequenteren Weg.

In unserem Lebensumfeld beobachten wir seit Jahren etwas, das nicht stimmig ist,das Schäden und Unfälle anrichtet. Wir vom DBIB haben das immer schon kund getan, unsere Warnungen wurden jedoch ignoriert. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat sich mit dem Ruhen der Zulassung immer noch die Hintertür offen gelassen. Die Sämaschinen werden umgebaut, aber der Abrieb des Nervengiftes bleibt weiterhin als Risiko bestehen. Die Bauern werden es einatmen und blütenbesuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln werden weiterhin vergiftet.

Der französische Chemiker Dr. Bonmatin und seine Kollegen zeigten erneut die Wirklichkeit auf. Die Wirkung dieser Nervengifte ist linear. Nicht die hohen Dosen des Nervengiftes Clothianidin allein bewirken die tödlichen Reize an den Synapsen kontaminierter Bienen. Schon allerkleinste Mengen haben vernichtende Wirkung. Und die Konzentration des Gifts im Boden der ständig wachsenden Monokultur-Flächen im Ackerbau multipliziert die Probleme. Diese Ausführungen decken sich genau mit den Beobachtungen vieler Berufsimker in anderen Teilen von Europa, und passen zu den traurigen Ereignissen des weltweiten Bienensterbens in den letzten Jahren.

Mit der Schädlingsbekämpfung durch Beizung wird zwar ein Hundertstel des Spritz-Gifts ausgebracht, aber dieses Wenige ist 6000-mal giftiger als alles vorherige.

Die Firma Bayer hat sich auf dieser Veranstaltung bei den Imkern entschuldigt und laut Minister Hauk freiwillig zu Schadensersatz verpflichtet, wohl auch, um möglichen Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen.

Die Versuche auf Bienenkrankheiten wie Nosema oder die Varroamilbe abzulenken, wirkten mehr als hilflos. Nach wie vor wird auf die Argumente der Imker nicht eingegangen, die Wahrheit wird aber maximal verdrängt. Den Herstellern wird immer noch mehr Glauben geschenkt als den Argumenten den Kritikern.

Es fehlt jetzt nur noch das Argument, dass die Bienen Selbstmord begangen haben.




Presse-Kontakt:

Manfred Hederer
Präsident
Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V.
Hofstattstrasse 22a
86919 Utting
Fon +49 (0) 88 06 92 23 20
Fax +49 (0) 88 06 92 23 21
info@berufsimker.de
www.berufsimker.de




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