Rohstoffreiche Mongolei an deutscher Technologie interessiert
24. März 2009 21:19 Uhr | Cicero Pressedienst Entwicklungszusammenarbeit


Ministerpräsident Bayar in Begleitung vieler Unternehmensvertreter auf Deutschlandtour

Berlin - Nach Besuchen in Moskau, Paris, Luxemburg und Brüssel ist der mongolische Ministerpräsident Sanjaa Bayar an der Spitze einer vierzigköpfigen Regierungs- und Wirtschaftsdelegation auf der letzten Etappe seiner Europareise zu einem offiziellen Besuch der Bundesrepublik Deutschland in Berlin eingetroffen. Neben Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg sowie Bundestagspräsident Norbert Lammert und Mitgliedern des Deutschen Bundestages stehen zahlreiche Treffen mit führenden Vertretern der deutschen Wirtschaft auf dem Programm des dreitägigen Staatsbesuchs.

In der Berliner Repräsentanz der ThyssenKrupp AG informieren sich die Gäste aus der Mongolei über verschiedene Projekte des nordrhein-westfälischen Technologiekonzerns, unter anderem über Rohstofftechnologien zur Kohleförderung und deren Aufbereitung sowie zu Umwandlung in synthetische Kraftstoffe und chemische Produkte, über Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz und die Optimierung der Eisenbahn-Infrastruktur in dem zentralasiatischen Land.

Nach der Eröffnung der 8.Konferenz des Deutsch-Mongolischen Forums, das auf Initiative von Altbundespräsident Roman Herzog initiiert wurde, über „Das geo-ökonomische Umfeld der Mongolei und die Beziehungen zu Europa - Politische Strategien für die Entwicklung des Bergbausektors“ in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung werden der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, von und zu Guttenberg, und der Botschafter der Mongolei in Berlin, Tuvdendorj Galbaatar, ein Memorandum über die Zusammenarbeit bei der Fortbildung von Führungskräften der mongolischen Wirtschaft unterzeichnen, in dem Einzelheiten des bis Ende Dezember 2012 vereinbarten Programms festgeschrieben sind. Die Mongolei gehört zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Welt mit beträchtlichen Bodenschätzen und Mineralien wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Zinn, Kupfer, Gold oder Silber, benötigt jedoch insbesondere die Unterstützung durch deutsche Fachleute der Bergbautechnik sowie Hilfe bei Infrastrukturmaßnahmen zur Erschließung der vielfältigen Ressourcen.

Technisches Wissen und Praxiserfahrungen sind gefragt

Ein weiterer Höhepunkt ist der Gedankenaustausch der etwa dreißig mitreisenden mongolischen Unternehmensvertreter mit deutschen Industriemanagern bei einem Investorentreffen auf Einladung einer deutschen Großbank in der Frankfurter Villa Sander in Anwesenheit der Politiker aus der Landeshauptstadt Ulan-Bator. Dort geht es neben Bergbauthemen auch um künftige Kooperationen in den Bereichen Bauwesen, Straßen- und Eisenbahnbau. Nach einem Gespräch mit dem hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch in der Wiesbadener Staatskanzlei und einer Begegnung mit Landtagspräsident Norbert Kartmann ist eine Besichtigung des Tagebaus im Rheinischen Braunkohlenrevier und des Kraftwerks Hambach südöstlich von Jülich vorgesehen, wo seit 1984 mit den größten Schaufelradbaggern der Erde Kohle abgebaut wird. Die Mongolei will in den kommenden Jahren ihre gewaltigen Kohlevorkommen fördern und verarbeiten und ist deshalb an deutschem Bergbau-Know-how besonders interessiert.

Bevor es am kommenden Sonntag wieder zurück in das Land zwischen Russland und der Volksrepublik China geht, die die mit Abstand wichtigsten Einfuhrländer für das 2,6-Millionen-Einwohner-Land sind, stehen Treffen mit Siemens, Deutsche Bank AG und anderen deutschen Unternehmen auf dem Programm. Nach einer weitgehenden Privatisierung wichtiger Wirtschaftszweige seit den 1990er Jahren pflegt die Mongolei in der postkommunistischen Zeit inzwischen mit 114 Ländern Handelsbeziehungen. Das Gesamtvolumen im Außenhandel betrug im Jahr 2008 fast 6,2 Milliarden USD. Im Vergleich zu 2007 stiegen die Exporte um 30,3 Prozent, während die Importquote 66,6 Prozent erreichte. Das Wirtschaftswachstum im letzten Jahr lag bei 8,9 Prozent, wobei Transportwesen und Telekommunikation sowie Dienstleistungen Spitzenpositionen einnahmen, während die Landwirtschaft mit knapp vierzig Prozent aller Erwerbstätigen daran nur einen Anteil von fünf Prozent hatte.



Presse-Kontakt:

Cicero Pressedienst Entwicklungszusammenarbeit / CPE-Redaktion
Bernd-Dieter Fridrich
Postfach 21 05 45
D-10505 Berlin
Tel.: 0 30 / 39 84 94 98
Fax: 0 30 / 39 84 94 99
cpe@gmx.net




Hinweis: Für den Inhalt dieser Presse-Information ist ausschließlich deren Emittent verantwortlich. Bei Fragen zum Release-Net wenden Sie sich bitte an buero@release-net.de.




Das Release Network powered by net-tribune | Bitte beachten Sie unsere Geschäftszeiten

EN FR

NET-TRIBUNE.DE

This domain name is not available for registration

Contact the current owner of this domain